Fünf Wander-Etappen

Etappe 1    Flüelen - Isleten - Isenthal

Am Fjord von Uri – Vom See zum Gletscher
Flüelen Bahnhof (435m) - Isleten (435m) - Isenthal (770m). 335 Höhenmeter, Wanderzeit ca. 4 Std., Distanz ca. 10 Kilometer. T2 Trittsicherheit. Flüelen - Isleten auch mit Schiff, Isleten - Isenthal mit Postauto möglich. 

 

Einmaliges Seedorfer Reussdelta

Direkt bei Bahnhof und Schiffstation Flüelen, auf der Seeseite bei der Postauto-Haltestelle, beginnt die Via Urschweiz. Sie führt über Seedorf bis zur Isleten, dann auf dem alten Landweg hoch ins Bergdorf Isenthal.
Der Kulturweg führt in Flüelen entlang der Bahnhofstrasse zum nahen Schützenhaus, zweigt rechts auf den Weg-der-Schweiz ab. Man überquert die Reuss auf einer imposanten Holzbogenbrücke. Wir erleben den ersten Höhepunkt! Eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Schweiz beim renaturierten Urner Reussdelta. Der Weg führt nun an künstlich erstellten Bade- und Naturschutzinseln vorbei. Sie wurden aus Ausbruchgestein der NEAT aufgeschüttet. Weiter geht’s zum grossen Kinder- und Erlebnisspielplatz beim Seerestaurant Seedorf. In der Nähe überrascht uns das einzigartige Urner Mineralienmuseum neben dem Wasserschloss A Pro. Dort, im oberen Stock des Gourmetrestaurants, besuchen wir die Ausstellung «Neat-Mineralien», ferner «Kunst im A Pro». Nach einigen Hundert Metern am Seeuferweg gelangen wir zum Isenthaler Kraftwerk Bolzbach. Gegenüber liegt die geologisch gewaltige Fjordlandschaft beim Axen-Felsen.

 

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Etappe 2    Isenthal - St. Jakob - Gitschenen

In der Wildheulandschaft der Schweiz – Bergauf zur Alpwirtschaft
Isenthal (770m) - St. Jakob (978m) - Gitschenen (1546m). 900 Höhenmeter, Wanderzeit ca. 4 Std., Distanz ca. 9 Kilometer. Isenthal - St. Jakob auch mit Postauto, St. Jakob - Gitschenen auch mit Luftseilbahn möglich. T2 mittel, Trittsicherheit.

 

Gastfreundschaft und Erlebniswandern
Isenthal am Uri-Rotstock ist geprägt durch die Bergland- und Alpwirtschaft, durch Tradition, aber auch Offenheit und Gastfreundschaft. Dennoch blieb das abgeschlossene Tal bisher für Gäste eher ein Geheimtipp. Ein Zusatzwandertag bietet sich an mit Entdeckungstouren ab Dorf; Hotel Urirotstock und Gasthaus Tourist bieten die Bleibe. Lohnend ist eine Dorfführung mit dem Besuch des Holzbildhauers, der denkmalgeschützten Pfarrhöfe und der neoklassizistischen Kirche St. Theodul mit dem Holzskulpturen-Friedhof. Ab Posthaltestelle Dorf laden Themenwege ein, der erlebnisreiche Sagen- und Bärenweg, ferner der Handwerkerpfad «Urchigs Handwärch». Mit zwei Seilbähnli-Touren verbunden sind der «Urner Mundartweg» über Furggelen-Scheidegg und der «Naturkundliche Isenthaler Höhenweg» über Musenalp-Biwaldalp. Die zweite Via Urschweiz-Etappe führt uns nun ins Grosstal. Zuerst geht’s sonnenhalb bis Schluchen, dann dem Bach entlang bis zur Kapelle St. Jakob und schliesslich auf die Alp Gitschenen, wo wir im Berggasthaus bei der Seilbahn logieren.

 

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Etappe 3    Gitschenen - Hinter Jochli - Chälen -  Klewenalp - Beckenried

Im Naturgarten der Zentralschweiz – der Alpenübergang
Gitschenen (1546m) - Hinter Jochli 2105m) - Klewenalp (1599m) - Beckenried (435m). Höhenmeter 560 m aufwärts / 1670 m abwärts, Wanderzeit ca. 6 Stunden, Distanz ca. 14 Kilometer. Klewenalp - Beckenried mit Luftseilbahn möglich. T2/T3 mittel, gute Trittsicherheit, gute Kondition.

 

Mächtiges Urschweizer-Bergpanorama
Brisen, Schwalmis, Maisander, Alpeler, auch Gitschen und Oberalpergrat mit Tor, Stockzahn und Bärenstock. Markante Gipfel säumen den Ausgangspunkt der 3. Etappe ab Gitschenen (1550 m ü.M.). Beim Chneuwis zweigt der Weg nordwärts ab. Wir steigen unter den Felsrippen des unteren Zingels hoch zur Alp Unter und Ober Bolgen. «Bei den Seelenen» befinden wir uns inmitten eines der schönsten nationalen Amphibienlaichgebiete. Die herrliche Alpenblumenpracht begleitet uns bis zur Klewenalp. Wer Glück hat entdeckt unter Steinen die seltene, aber stark gefährdete Nidwaldner Haarschnecke. Oberhalb der «Seelenen» zweigt ein Weg zum Schwalmis ab, dem markanten Aussichtsberg. Beim Aufstieg zum höchsten Punkt - dem Hinter Jochli auf 2105 m ü.M. - eröffnet sich dem Wanderer ein traumhafter Ausblick, auf die Urner Bergwelt mit dem mächtigen Uri Rotstock, dessen Gletscher bedenklich schwinden. Und auf die Klewenregion mit dem Vierwaldstättersee.

 

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Zusatzetappe   Beckenried - Buochs - Ennetbürgen - Hammetschwand - Bürgenstock

Ein Abstecher ins Hotelresort Bürgenstock – Entlang der Seemeile
Beckenried-Buochs-Ennetbürgen (Seemeile, auch mit Postauto möglich) - Bürgenstock (1127 m ü.M., zu Fuss oder mit dem grössten Freiluftaufzug Europas, dem Hammetschwand Lift möglich). 695 Höhenmeter – Wanderzeit ca. 4 ½ Stunden, Distanz ca. 10 Kilometer. Rückkehr ab dem Hotelresort Bürgenstock mit Postauto und Zug via Stansstad und Stans nach Beckenried oder mit Bergbahn und Schiff via Kehrsiten und Luzern nach Beckenried.

 

Nach der Seemeile Buochs hinauf zum Bürgenstock
Durchs Dorf Beckenried - via Ermitage und Lourdesgrotte - führt uns die Zusatzetappe Bürgenstock gemütlich vorbei an der Ridlikapelle bis nach Buochs, stets mit herrlichem Ausblick auf den See. Auf der „Seemeile“ laden gemütliche See-Restaurants oder zahlreiche Wassersport- und Badeanbieter ein. Der gemütliche Weg führt direkt dem See entlang, um bald Ennetbürgen auf der anderen Seite der Bucht zu erreichen. Nun beginnt der Aufstieg auf den höchsten Punkt der Stadt Luzern, den Hammetschwand (1128 m ü.M.), vorbei an der Hochzeitskapelle St. Jost und dem traumhaft schönen Hotel Honegg. Man erhält hier einen Eindruck vom mondänen Hotelresort am Bürgenstock - seiner traumhaft schönen Lage über der Seebucht von Luzern.

 

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Etappe 4    Beckenried - Risletenschlucht - Emmetten - Treib - Rütli - Seelisberg

Über tosende Wasserfälle zur Wiege der Schweiz
Beckenried (436m) - Risletenschlucht - Emmetten (774m) - Treib (442m). Höhenmeter 580 m aufwärts / 570 m abwärts, Wanderzeit ca. 5.5 Stunden, Distanz ca. 15 Kilometer. Route Treib - Seelisberg auch mit Bergbahn, Rütli - Treib - Seelisberg mit Schiff und Bergbahn möglich. T2 gute Trittsicherheit.

 

Tobende Wasserfälle und Risletenschlucht
Die 4. Wanderetappe «Von der Urzeit bis zur Wiege der Schweiz» führt uns entlang von Uferwegen, Schluchten, kühlen Waldwegen - von Beckenried und Emmetten - zu den historischen Stätten Treib, Rütli bis Seelisberg. Wir starten an der Schiffstation Beckenried (435 m ü.M.) zu einer Erlebniswanderung auf den Spuren der Dinosaurier, durch die Erd- und Schweizergeschichte. Um die imposante Risletenschlucht am Dorfende von Beckenried (ca. 1¼ Stunde) zu erreichen, laufen wir auf dem leider asphaltierten Rütenen-Strässchen in Richtung Osten. Dieser Teilabschnitt des Via Jacobi und Waldstätterwegs war früher die Haupt-Verbindung zwischen Uri-Gotthard und Luzern. Wir passieren den modernen Bootshafen unter dem imposante Lehnen-Viadukt vor dem Seelisberg Tunnel. Beim Bade- und Picknickplatz Rütenen, wo früher ein Steinbruch war, beginnt der Schlucht-Aufstieg. Wir bestaunen per Fernrohr an den Kalk-Felswänden die Fussabdrücke der Dinosaurier Iguanodontiden. Die Fussspuren wurden zufällig bei der Kalkausbeutung entdeckt. Der riesige Pflanzenfresser lebte vor 120 Mio. Jahren am tropischen Urmittelmeer. Bei der Alpenfaltung wurde das Meer aufgetürmt, das Gebirge dann abgetragen. – Wir steigen nun die 130 Treppenstufen an den wilden Wasserfällen des Choltalbach hoch. Der Blick auf See und Berge werden immer offener. Mit einer Metall- und Hängebrücke quert man die Choltal-Schlucht Richtung Emmetten.

 

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Etappe 5    Seelisberg - Beroldingen - Bauen - Bärchi - Isenthal

Im Kreis der alten Eidgenossen – unterwegs auf dem alten Gotthardweg
Seelisberg (801m) - Bauen (435m) - Isleten - Isenthal (770m). Höhenmeter 520m aufwärts / 570 m abwärts, Wanderzeit ca. 6 Stunden, Distanz ca. 10 Kilometer, T2 etwas Trittsicherheit. Seelisberg - Bauen (mit Bergbahn und Schiff möglich). Isleten - Isenthal (mit PostAuto möglich). Rückreise ab Isenthal nach Flüelen mit dem Postauto oder via Isleten mit Schiff (SGV) in Richtung Brunnen-Treib-Beckenried-Luzern möglich.

 

Über Sonnenberg, Marienhöhe und Beroldingen nach Bauen
Wir beginnen die 5. Tagesetappe von Seelisberg nach Bauen (ca. 85 Minuten) bei der Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg (801 m ü.M.). Pilger reisten einst aus ganz Europa an. Die 1350 geschnitzte wundertätige Madonna soll von einem Hirten im Wald gefunden worden sein. Der Weg führt am Grand Hotel Sonnenberg vorbei, der heutigen Maharishi European Research University. Bereits um 1852 baute Tourismuspionier Michael Truttmann das Gasthaus zum Hotel mit Weltruhm um. See, Berge und Rütli lockten in der Belle Époque die gehobene Gesellschaft an, berühmte Personen wie Richard Wagner, Gottfried Keller, Konrad Adenauer, auch Könige, Kardinäle und Kunstschaffende. - Beim Tanzplatz und Kinderspielplatz verlassen wir die Dorfstrasse in Richtung Weg-der-Schweiz durch den Tannwald bis zur Marienhöhe (Geschichtsreise). Unterwegs stösst man auf Karrenfelder, Granit-Findlinge und Gneis aus der Eiszeit vor 20'000 Jahren. Die Aussicht ist beeindruckend. Der Fjord von Uri mit Fronalpstock und Rophaien, die Axen- und Drusbergdecke, die mächtigen Mythen. Diese hat der Genfer Maler Charles Giron im grossen Wandgemälde im Berner Nationalratssaal verewigt. Vorbei geht’s bei der Seilbahnstation Weid, oberhalb dem Bergseeli-Naturcamping. Beim Schloss Beroldingen (erwähnt um 1500) besuchen wir die Kapelle mit dem Rokoko-Altar. Wir wandern auf asphaltierter Strasse zum Weiler Wyssig, auch hier plante man einst die linksufrige Luzern-Gotthard Autobahn.

Bauen, die südliche Riviera am Urner See
Nun geht’s 960 Stufen abwärts, auf historischen Wegsubstanzen mit gemauerten Gassen und gepflasterten Saumwegen. Bauen am Urnersee wurde um 1150 erstmals erwähnt. Monumental erhebt sich der Bristen (3072), Teil des Aaremassivs, am südlichen Ende der Reussebene. Bauen erhielt erst 1956 eine Fahrstrasse, war lange abgeschieden. Das kompakt Ortsbild ist von nationaler Bedeutung, hat südlichen Charme. Es wachsen gar Bananen- und Palmbäume. Neben der sehenswerten neuklassizistischen Dorfkirche St. Ida steht ein Denkmal von Pater Alberik Zwyssig (1808-1854), dem Komponisten des Schweizer Psalms. Der Text wurde 1981 als offizielle Hymne bestimmt. Die SGG schlägt einen aktuelleren Text vor. Geburtsort ist das denkmalgeschützte Zwyssighaus, heute Gourmet-Gasthaus (ferner: Restaurant Fischli am See, Seegarten Isleten, Schlossrestaurant A Pro Seedorf).

Von Bauen zurück nach Isenthal … oder zur Isleten
Handelsleute, Kriegsherren und Künstler aus Luzern wanderten früher über Seelisberg-Bauen-Isenthal-Seedorf in den Süden. Ab Bauen nehmen wir den alten Landweg unter die Füsse. Wir erreichen nach stündigem Aufstieg die Vordere Bärchi, der höchste Punkt mit einem herrlichen Aussichts- und Picknickort. Hier führt die offene Seilbahn (Gifi) zur Oberen Bärchi, dem Ausgangspunkt des Urner Mundartwegs. Bis ins 19. Jahrhundert war es unmöglich, am Ufer von Bauen nach Isleten bis Seedorf zu laufen. Die unüberwindbaren Felsen erforderten den Seeweg - oder den Umweg über Isenthal. Eindrücklich die reiche Flora und Fauna, die historische Substanz von Trockenmauern und Pflästerungen. Der Weg ist im Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) als national bedeutend ein-gestuft. Nach einer kurzen Pause laufen wir in 20 Minuten gemütlich zum Dorf Isenthal. Hier beenden wir die Via Urschweiz mit einem Trunk und einer beeindruckenden Postauto-Fahrt bis Altdorf und Flüelen. Von Bauen führt am Weg-der-Schweiz die verkürzte Route direkt zur Isleten. Wegen Steinschlag ist ein Abschnitt gesperrt, man wandert durch den Strassentunnel. An der Isleten treffen wir auf Gebäude der alten Sprengstofffabrik. Isleten ist der älteste Urner Industriestandort. Am Bachdelta befinden sich Surf-, Kite- und Badeplätze, die Schiffstation und 300 Meter südlich das Restaurant Seegarten.


Der gesamte Weg ist auch auf "Wanderland Schweiz" zu finden.